Am 18. Mai 2026 präsentierten Liudmila Zavolokina, Zoya Katashinskaya und Gianluca Miscione die Ergebnisse des Projekts «Government as a Platform». Als nach dem Angriff Russlands 2022 viele Ukrainer:innen fliehen mussten, reagierte die Schweiz schnell, aber unkoordiniert.
Das Projektteam untersuchte von 2022 bis 2026, wie der Kanton Zürich Krisen besser koordinieren kann und orientierte sich am Prinzip kommerzieller digitaler Plattformen. Der Staat als Plattformbetreiber stellt eine Infrastruktur zur Verfügung, die Gemeinden, Behörden und private Akteur:innen nutzen und weiterentwickeln können.
Neben den Forschungsergebnissen entstanden unter anderem der Prototyp «CRIZZY» als zentraler Einstiegspunkt für Betroffene und Helfende, ein digitales Identifikationssystem für Geflüchtete (eID) sowie KI-gestützte Tools zur Auswertung von Community-Daten (R2G). Im Rahmen eines Hackathons wurden modulare und skalierbare digitale Lösungen entwickelt, um schneller auf humanitäre Krisen reagieren zu können.
Die Präsentation schloss mit einem zentralen Fazit: Die grössten Hürden sind nicht technischer, sondern organisatorischer Natur. Koordination, Verantwortlichkeiten und Vertrauen zwischen Akteur:innen entscheiden über den Erfolg.
Die Ergebnisse werden in Kürze in einem Abschlussbericht sowie einem GitBook veröffentlicht.
Das Projekt «Government as a Platform» wird im 2. Projekt-Call gefördert. Es baut auf dem Projekt «Government as/is a platform» auf, das im Rahmen des Rapid-Action-Calls «Umgang mit Notsituationen als Folgen des Kriegs gegen die Ukraine» gefördert wurde.