Wie wird KI im Schweizer Journalismus eingesetzt und welche Folgen hat das für Medienqualität und Publikumsvertrauen?
Das Projekt «KI Literacy im Schweizer Journalismus» liefert erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme zum Einsatz von KI im Schweizer Journalismus auf Basis einer schweizweiten Befragung von 730 Medienschaffenden. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild. KI gehört für die Mehrheit der Journalist:innen bereits zum Arbeitsalltag, meist für unterstützende Aufgaben wie Transkription oder Textoptimierung. Echte Qualitäts- und Effizienzgewinne sind bisher aber nur teilweise spürbar. Zudem fehlt es vielerorts an Zeit, KI-generierte Inhalte sorgfältig zu prüfen, und an Ressourcen für die Weiterbildung. Einheitliche Standards und Massnahmen zur Qualitätssicherung sind in vielen Redaktionen noch nicht etabliert.
Eine deutliche Mehrheit befürchtet, dass KI die Verbreitung von Falschinformationen begünstigt, Inhalte angleicht und das Vertrauen des Publikums gefährden könnte. Viele Medienschaffende sehen zudem eine wachsende Abhängigkeit von Tech-Unternehmen und sprechen sich für gemeinsame Lösungen aus.
Die Studie mündet in konkrete Empfehlungen für branchenweite Standards bei der Kennzeichnung von KI-Inhalten, eine stärkere Qualitätssicherung in den Redaktionen und mehr Transparenz gegenüber dem Publikum.
Die Studie wurde im 3. Rapid-Action-Call gefördert. Ein Projekt der UZH, ZHAW, USI, Universität Freiburg, FHGR, Qualität im Journalismus (QuaJou), Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM), Junge Journalistinnen und Journalisten Schweiz (JJS).