Für Me² – Me to the Power of Two – schicken Klient:innen ein Kindheitsfoto von sich, im Alter zwischen 7 und 13 Jahren. Daraus wird ein realistisches Deepfake-Video ihres jüngeren Selbst kreiert. Deepfakes werden meist mit Täuschung oder Desinformation in Verbindung gebracht. Me² nutzt dieselbe Technologie für einen ethisch verträglichen, therapeutischen Zweck.
Anhand dieses Deepfake-Videos können die Klient:innen dem jüngeren Ich in einer virtuellen Welt oder einem Online-Meeting begegnen und es trösten. Danach wechseln sie die Perspektive und erleben, wie sie vom erwachsenen Ich getröstet werden. Durch diese tröstende Begegnung mit dem jüngeren Ich soll das Selbstmitgefühl gestärkt werden.
In der Psychotherapie gilt diese Art der Externalisierung als gängige Praxis. Sie setzt jedoch voraus, dass sich die Betroffenen das Kind überhaupt bildlich vorstellen können. Bei Me² wird diese Vorstellungsleistung durch das immersive Deepfake-Video übernommen, wodurch eine realistische Begegnung ermöglicht wird. Davon profitieren auch Menschen mit einer schwachen Vorstellungskraft.
Das Projekt baut auf einem früheren Vorhaben auf, gefördert im 2. Projekt-Call: «Die Auswirkungen von Deepfakes in Virtual-Reality-Szenarien für die Therapie psychischer Erkrankungen«. Me² wird im 2. Founder-Call gefördert.