Geschlechtsspezifische Gewalt wird von Betroffenen häufig nicht unmittelbar als solche erkannt. Soziale Medien wie TikTok und Instagram spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle: Sie beeinflussen, wie Menschen ihre Erfahrungen verstehen, einordnen und benennen.
Eine aktuelle Studie von Nimra Ahmed und ihrem Forschungsteam untersuchte, wie aufklärende Inhalte auf sozialen Plattformen das Erkennen von Gewalt und die Bereitschaft zur Hilfesuche fördern können. Basierend auf Umfragen und Interviews zeigte sich, dass digitale Beiträge häufig einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema ermöglichen. Betroffene setzen sich in ihrem eigenen Tempo mit den Inhalten auseinander. Besonders wirksam sind dabei emotional sichere und handlungsorientierte Formate, die Unterstützung bieten, ohne zu überfordern.
Die Ergebnisse wurden von Nimra Ahmed im Rahmen eines Webinars des Interpersonal Violence Research Network der University of Sheffield (ShiVAR) vorgestellt.
Das Projekt «Unterstützung für von Zwangsheirat Betroffene in der Schweiz durch digitale Transformation» wird im Rahmen des 2. Projekt-Calls gefördert.