Zum Inhalt

Partners in a Trading Zone – Erarbeitung einer Trading Zone zwischen Ethnologie und Informatik im Kontext von Sticken

Projektstatus

geschlossen

Projektbeginn

Juni 2023

Förderlaufzeit

24 Monate

Beteiligte Hochschulen

UZH, PHZH

Praxispartner

Volksschulamt Zürich

Im digitalen Wandel besteht die Gefahr, dass Disziplinen vergessen gehen. Das Projektteam verfolgte die Frage, wie eine Trading Zone gestaltet werden kann, in der Akteur:innen aus den Disziplinen Ethnologie und Informatik zusammentreffen und an gemeinsamen, transdisziplinären Produkten, u. a. Unterrichtseinheiten und Weiterbildungsangeboten, arbeiten.

Im Projekt ging es um die Erkundung einer Liaison der vorab als disjunkt zu vermutenden Disziplinen der Ethnologie und der Informatik. Dazu traf sich ein interdisziplinäres Team aus Programmierer:innen, Handsticker:innen und Wissenschaftler:innen der UZH und PHZH zu internen Workshops. Es ging ihnen vorab um ein gegenseitiges Verständnis der Standpunkte der Disziplinen. Dabei wurden die einen aktiv in das Handsticken eingeführt, die anderen in das Programmieren. In einem permanenten Aushandlungsprozess wurde ein gemeinsames Vokabular ergründet, das es erlaubte, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sprachlich zu erfassen. In wöchentlichen «Check ins» wurden die Nähe und das gemeinsame Verständnis festgehalten. Daraus resultierte eine Verständniskurve über den gesamten Projektverlauf. Diese ist auf der Website sticken-programmieren.ch interaktiv hinterlegt, wurde aber auch als Handstickerei umgesetzt. In gemeinsamen, auch kompetitiven Stickprojekten, in denen Hand- und Maschinenstickerei verschmolzen, wurden die Vor- und Nachteile der beiden Stickmodi offengelegt. Es zeigte sich: das Raster liegt beiden Stickmodi zugrunde und ist in jeweiligen Auslegungsarten in beiden Disziplinen relevant. Gespiegelt wurde das Projekt an ungerastertem Sticken (Beispiel: Stickereien von Beduin:innen), zur Vertiefung des Verständnisses der Rasterung und ihrer Wirkweisen.

Das Projekt entwickelte einen Ansatz, wie sich auch Disziplinen, deren Bezug zur Digitalität nicht offensichtlich ist, in den anhaltenden digitalen Transformationsprozess einbringen können. Während in der Informatik, beim Programmieren oft das Produkt im Zentrum steht, ist es in der Ethnologie, beim Handsticken die Entstehung, der Prozess und die manuelle Fertigkeit. Durch den Einbezug von Schulklassen und durch die Entwicklung von Unterrichtsformaten können die Resultate prototypisch aber auch manifest in die Gesellschaft einfliessen. Zudem entwickelte das Projekt das Format einer über effiziente Kommunikation nach Innen und Aussen getriebenen und steuernden transdisziplinären Kollaboration.

Kernteam: 

Prof. Dr. Thomas Schmalfeldt, PHZH Forschung und Entwicklung

Prof. Dr. em. Mareile Flitsch, UZH Völkerkundemuseum 

Martina Wernsdörfer, UZH Völkerkundemuseum 

Mitwirkende: 

Melissa Caflisch, UZH Völkerkundemuseum

Adrian Degonda, PHZH Medienbildung und Informatik

Larissa Meyer, PHZH Medienbildung und Informatik

Christina Serra, freie Mitarbeiterin

Lorena Strohner, Projektmitarbeiterin PHZH

Dr. Martina Wernsdörfer, UZH Völkerkundemuseum

Ina von Woyski, UZH Völkerkundemuseum

Praxispartner: 

Volksschulamt des Kantons Zürich

Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Call-Typ: 2. Projekt-Call

Zwischen Handwerk und Code

Sticken und Programmieren über Kreuz

Innovative Gesuche stellen den Menschen ins Zentrum