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Tiefe Pensen, lange Arbeitstage in der Reinigungsbranche

Reta Barfuss forscht in ihrem Doktorat an der UZH zu den Schattenseiten der Teilzeitarbeit. Im Interview mit Katia Soland erklärt sie, wie ungewollte Teilzeit in der Gebäudereinigung entsteht und welche Mechanismen diese prekären Arbeitsverhältnisse ermöglichen.

Viele Gebäudereiniger:innen arbeiten mit Minimalverträgen von nur 8 Stunden pro Woche. Trotz mehrerer Jobs und langen Arbeitstagen kommen sie oft nicht auf genügend bezahlte Stunden für einen existenzsichernden Lohn. Wegzeiten werden nicht vergütet, Putzzeiten sind zu knapp bemessen, falsche Lohnabrechnungen sind verbreitet.

Die Betroffenen sind meist Frauen mit Migrationshintergrund, deren Aufenthaltsrecht an ihre Beschäftigung gebunden ist. Diese einseitige Abhängigkeit macht sie besonders verletzlich. Reta analysiert diese Ausbeutung aus der Perspektive des Racial Capitalism.

Im Public Data Lab arbeitet Reta daran, diese unsichtbaren Arbeitsbedingungen sichtbar zu machen und die Stimmen der Reiniger:innen zu verstärken.