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Der perfekte Körper. Wenn Algorithmen Schönheit definieren

Was ist schön? Gesellschaftliche Vorstellungen von Schönheit gab es schon immer: in der Antike in Stein gemeisselt, später auf Leinwand gemalt, im 20. Jahrhundert ins Kino und in Magazine übertragen. Heute setzen Algorithmen diese Ideale und produzieren makellose Haut, schlanke Körper und ewige Jungend in einem Ausmass und Tempo, das bisher unvorstelltbar war. Was das mit unserem Selbstbild macht, bespricht Frank Richter mit Charlotte Tumescheit, Mathematikerin und ehemalige Postdoc der Universität Zürich, jetzt Forscherin beim Idiap Research Institute.

Charlotte hat im Projekt «UnrealBody» untersucht, wie Bildgeneratoren Schönheitsideale reproduzieren und verstärken. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Janna Hastings, Paula Muhr, Lucas Caluori, Andrea B. Horn und Sandra Koenig Heuer. Gemeinsam entwickelte das Team ein Video, das Jugendliche und junge Erwachsene für die Risiken KI-generierter Körperbilder sensibilisieren soll.

In der Folge unseres Podcasts Schampar digital geht es darum, warum KI-Modelle aus ihren Trainingsdaten automatisch unrealistische Körper erzeugen, wie sich das auf uns auswirkt, und warum selbst das Wissen, dass ein Bild KI-generiert ist, uns nicht vor negativen Effekten schützt. Charlotte gibt auch konkrete Hinweise, was wir im Alltag tun können, vom bewussteren Umgang mit dem eigenen Feed bis hin zu mehr Zeit offline.

Das Video wurde mit Unreal Engine und KI-generiertem Material produziert und nutzt damit bewusst dieselben Technologien, die es kritisch beleuchtet. Eine Pilotstudie mit Studierenden der Universität Zürich sowie internationalen Teilnehmenden lieferte erste Erkenntnisse und floss direkt in die Weiterentwicklung des Formats ein.

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