Wie wirken humorvolle Elemente in der Vermittlung komplexer Wissenschaftsthemen? Eine aktuelle Studie untersucht die Wirkung auf verschiedene Zielgruppen.
Kann Humor helfen, komplexe Themen wie Künstliche Intelligenz einem breiten Publikum zugänglich zu machen? Dieser Frage gingen Dr. Sabrina H. Kessler und Valery Wyss in einer experimentellen Studie nach, die in der Fachzeitschrift merz | medien + erziehung erschienen ist.
Die Forscherinnen untersuchten anhand von professionell produzierten Comedy-Videos, wie sich humorvolle Wissenschaftskommunikation auf unterschiedliche Nutzer:innengruppen auswirkt. Im Fokus standen Themen der digitalen Transformation wie KI und Entscheidungsfindung.
Im Folgenden beispielhaft ein Video aus der Reihe Re:Digital? Hier können sie alle Videos sehen.
Die Studie mit 282 Teilnehmenden aus der Deutschschweiz zeigt differenzierte Ergebnisse: Während die Videos mit Humor als deutlich unterhaltsamer wahrgenommen wurden, hatten sie keinen signifikanten Einfluss auf den Wissenserwerb. Die Videos ohne Humor wurden als vertrauenswürdiger eingestuft. Dieser Effekt zeigte sich bei allen Gruppen ausser den besonders wissenschaftsaffinen Personen. Die Videos reduzierten unabhängig vom Anteil der Humorelemente Sorgen, Ängste und Skepsis gegenüber KI. Bei wissenschaftsfernen Zielgruppen deutete sich ein positiver Trend durch Humor an in Bezug auf generiertes Wissen, der sich jedoch statistisch nicht absichern liess.
Kessler, S. H., & Wyss, V. (2025). Humor in der Wissenschaftskommunikation zu KI-Themen: Die Wirkung auf verschiedene Nutzer*innengruppen. merz | medien + erziehung, 69(6), 80-90. https://doi.org/10.21240/merz/2025.6.07
Die Studie entstand im Rahmen des Projekts «SciComm meets Comedy«, gefördert im 1. Outreach-Call.
Ergänzend zur Publikation laden die Autorinnen Dr. Sabrina H. Kessler (UZH) und Valery Wyss (ZHAW) gemeinsam mit Johanna Seiwald (ZHAW) zu einem Workshop an der Tagung «Wissenschaft im Dialog» am 3. und 4. Dezember 2025 in Stuttgart ein. Dort geben sie Einblick in das entwickelte Videoformat und diskutieren mit den Teilnehmenden darüber, wie humorvolle Ansätze die Wissenschaftskommunikation bereichern können und wo ihre Grenzen liegen.