Im Interview mit der WOZ spricht Roland Meyer, DIZH-Brückenprofessor für Digitale Kulturen und Künste an der UZH und ZHdK, über die kulturellen und politischen Folgen generativer Bild-KI. Statt neue visuelle Sprachen zu schaffen, reproduzieren sie vor allem stereotype Motive und rückwärtsgewandte Ästhetiken. Er warnt vor einem „Model Collapse“: Immer mehr KI-Bilder zirkulieren im Netz und fliessen zurück in neue Trainingsdaten. Um ihre Datenbasis abzusichern, kooperieren Techfirmen zunehmend mit klassischen Rechteinhabern.
Vor diesem Hintergrund betont er die Dringlichkeit politischer Regulierung sowie zivilgesellschaftlichen Widerstands gegen die wachsende Machtkonzentration im KI-Sektor. Besonders bedenklich sei die gezielte Bereinigung von Bildarchiven, wie aktuell in den USA. So werde die ohnehin einseitige Datenbasis weiter verzerrt. Was gespeichert, gelöscht oder gesichert wird, bestimme zunehmend unser kollektives Bildgedächtnis.