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Spinne sein – Virtuelle Realitäten als Lern- und Erfahrungsräume

Wie nimmt eine Spinne ihre Welt wahr? Das Projekt „Spinne sein” ermöglicht durch eine sensorisch erweiterte Virtual-Reality-Erfahrung einen Perspektivenwechsel. Als Vierfleck-Zartspinne begeben sich die Besucher:innen nachts auf Insektenjagd. Sie spüren diese mithilfe von hochsensiblen Sinneshaaren, die Luftströmungen wahrnehmen, sowie mithilfe von Spaltsinnesorganen, die feinste Vibrationen registrieren, auf. Auch der Orientierungssinn wird herausgefordert, da sich die VR-Nutzer:innen in alle Richtungen auf einem Ast bewegen und kopfüber gehen können. Der Grössenunterschied wird bewusst wahrgenommen, wenn sich die Baumrinde als neue Landschaftserfahrung mit all ihren Bewohner:innen auftut.

Aus der Perspektive der Vierfleck-Zartspinne, Screenshot aus der VR-App „Spinne sein“, © ZHdK

Anhand der VR-Installation will das interdisziplinäre Forschungsteam untersuchen, ob sich die Einstellung der Menschen gegenüber Spinnentieren positiv verändern lässt – und inwiefern ein multisensorisches VR-Erlebnis für Biodiversität und Artenschutz sensibilisieren kann. Das Ziel besteht darin, mittels Wirkungsforschung neue Erkenntnisse über die Sensibilisierung für den Artenschutz und den Umgang mit der Biodiversitätskrise zu erlangen.

Die Installation „Spinne sein“ in der Ausstellung „Museum oft the Future – 17 digitale Experimente“ im Museum für Gestaltung Zürich, Bild: Foto: Umberto Romito, Ivan Šuta, Museum für Gestaltung Zürich, © ZHdK

Die Virtual-Reality-Installation ist vom 29. August 2025 bis zum 1. Februar 2026 im Museum für Gestaltung Zürich zu sehen. Sie ist Teil des Forschungs- und Kommunikationsprojekts „Museum of the Future – 17 digitale Experimente”. 

Ab 2027 ist eine Präsentation der VR-Installation in mehreren Schweizer Naturmuseen geplant. Zudem sind Auftritte bei Events, Festivals, Konferenzen und auf Messen vorgesehen.


Team

Zürcher Hochschule der Künste – ZHdK

Projektleitung: Prof. Niklaus Heeb, Fachrichtung Knowledge Visualization


Konzeption und Design: Barbara Schuler und Jonas Christen, Fachrichtung Knowledge Visualization


Sounddesign: Daniel Hug, Institut für Computermusik und Soundtechnologie

Konzeption und Evaluation: Dr. Miriam Loertscher, Departement Darstellende Künste und Film


Produktdesign: Micha Baggenstos und Nathanael Boell, Fachrichtung Industrial Design

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – ZHAW

Konzeption und Evaluation: Dr. Swen Kühne und Mirjam Jochim, Psychologisches Institut


Fusion.Robot.GmbH

Software- und Hardware-Entwicklung: Balthasar Caflisch und Beat Kunz

Praxispartner

Vierfleck-Zartspinne, Cinema 4D, © ZHdK